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Systemkritik mit viel Rhythmus und Kante
Konzert: Skapunkpolkarock mit Akustikgitarre: ,,Strom und Wasser" und die
starke Stimme Heinz Ratz in der Centralstation Darmstadt. Heinz Ratz klingt völlig
anders, als er aussieht. Sein deftiger Gesang lässt an einen massiven Typen
denken, gekleidet in Schwarz, vielleicht eine abgewetzte Lederjacke drüber.
Doch dann steht da ein stoffeliger Einundvierzigjähriger in Jeans und Sportschuhen,
der hinter seinem bauchigen Akustikbass regelrecht schmächtig wirkt. Seine
Stimme aber ist das Gegenteil. Rau und charakteristisch schallt das Organ des
Kopfs von ,,Strom und Wasser" am Mitt woch abend von der Bühne in den
Centralstations-Saal. Einnehmend ist der beherzte Gesang des Kieler Nordlichts
in seinem Moritatenseemannsklang, gleichsam brüchig und stark wie Küstenklippen
in der Brandung, pointiert und mahnend die Texte ausrufend: ,,Auch die Armut
hat Kraft!"
Viel Kante besitzt auch die Musik, die die wiederholt mit dem Preis der deutschen
Schallplattenkritik ausgezeichnete Gruppe selbst als ,,Randfiguren-Skapunkpolkarock" bezeichnet.
Dass sie es gern perkussiv und rhythmisch treiben, macht schon das mit vielen
Mikrofonen abgenommene Schlagzeugset nebst Vibrafon klar. Maria Schneider spielt
es ähnlich abwechslungsreich und dynamisch wie auf der anderen Bühnenseite
Ingo Hassenstein seine Akustikgitarre, der er eine enorme Bandbreite an Sounds
und Tönen entlockt.
Eher bedrohlich und punkig wirken dazu die Bassläufe von Frontmann Ratz,
der passenderweise heißt wie eine Figur aus der antiautoritären Siebziger-Jahre-Kinderserie
,,Rappelkiste" - wohnt doch auch der Musik ein rappelkistenhaftes Ungestüm
inne. Das Mitreißende daran ist auch der beharrlichen Taktung zu verdanken:
Schlagzeugschläge, Gitarrenriffs, Bassläufe, Textrhythmus - alles marschiert
zusammen wie in einer Musikereinheitsfront, die ein gemeinsames Ziel verfolgt:
die Botschaft griffig zum Klingen bringen.
Leider ist es schwer, den engagierten Texten zu folgen, die Heinz Ratz zu der
flotten Musik oft im Schnellsprechmodus her unterrattert. Das ist umso bedauerlicher,
als der einst auf der Straße lebende Querdenker, Pazifist und Antirassist
etwas zu sagen hat. Viel davon packt er in die ausgiebigen Plaudereien, die zwischen
den Stücken für Belustigung im Publikum sorgen. Einmal versucht er
gar, wie James Brown zu tanzen - freilich nur zur Verhohnepipelung der Präsidenten
dieser Welt. So unterhaltsam kann Systemkritik sein.
Darmstädter Echo | lex23 |
23. April 2010
Presse CD Emotionsdesign
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"Konstantin Wecker ist ja längst voll des Lobes auf die künstlerische Unbestechlichkeit und die gefährliche Lebenslust der Band um den charismatischen Heinz Ratz. Aber jetzt müssen Sie sich wirklich warm anziehen, werter Leser und potentieller Hörer: Denn Deutschland’s ohnehin schonungsloseste Gesellschaftskritiker zünden die nächste Stufe und präsentieren ihr bislang radikalstes Songpotpourri. Mittels Folk und Punk, Kabarettund Polka, Walzer und Rock wird hier so reichlich wild-fröhliche Anarchie überden Hörer gekippt wie noch nie. Extrem derbe Zeilen wie sie etwa der bissigeTitelsong präsentiert, werden jede Radiooption naturgemäß imKeim ersticken. Wer’s hören will muss also weiterhin eines der zahlreichenKonzerte der Band besuchen (wie kürzlich in Saarbrücken) oder ihre CDs kaufen." alh
Saarbrücker Zeitung, 23.7.09
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"Polit-Pop – Heinz Ratz singt, wo der Linken der Schuh drückt
» Ihr Politiker redet goldene Worte/ doch im Grunde seht ihr nur immer das Geld« –zwei
Zeilen reichen, um den Wiedergänger der Protestliedbewegung auch historisch
einzuordnen. Heinz Ratz absolviert das ganze Programm des Politrockers: Er wettert
gegen Politiker ("Das Raubtier von heute") und beklagt das Konsumverhalten
der vermeintlich Alternativen ("Rios Herz"), er lästert über
Fortschrittsgläubigkeit ("Alles besser 2085") und besingt das
Ende der Welt ("Das Lied von der sterbenden Erde"). Damit singt Ratz
an, wogegen schon viele vor ihm angesungen haben. Er findet dafür zwar keine
differenzierteren, aber immerhin neue Bilder und Reime – und er spricht
seine Anliegen nicht immer so direkt an.
Seine Musik kann genauso begeistern wie seine oft sarkastischen Texte: "Rios
Herz" ist ironisch entspannt, "Ein Fleckchen Anarchie" beschwingt
und "Haut an Haut" mit seinem dezent funkigen Auftakt bringt ein Jazz-rockiges
Gitarrensolo. "Berlin noir" passt mit seinem eindringlich-schwerfälligen
Rhythmus auf die Kleinkunstbühne wie das Liebeslied "Alles weiter weg
als du", und mit "Alles besser 2085" bringt er sogar ein flottes,
leicht nostalgisch klingendes A-Capella-Stück.
Heinz Ratz klingt wieder angriffslustig und rabiat, aber auch einfühlsam
und voller eigenwilligem Humor. [noi: @@@@]"
schallplattenmann.de,
22.6.2009
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"Auch nach fünf Jahren Strom & Wasser kann man sich an diesen Bandnamen nur schwer gewöhnen. Was hat Energiegewinnung mit Pop-Musik zu tun? Nun, Heinz Ratz, Bassist,
Sänger und Kreativzelle der Kombo ist ein Energiebolzen par excellence und
ein wirrer Kopf zugleich. Wenn er deutsche Texte schreibt, bleibt kein Auge trocken
und kein Thema tabu. Ein sozialistischer Anarcho, der kein Blatt vor den Mund
nimmt. Auch sein neuestes „Emotionsdesign”, bestehend aus 16 Einzelteilen,
versorgt den erwartungsfrohen Konsumenten wieder mit genügend Anschauungsmaterial,
das dem Leben zwischen Müllabfuhr und Sozialabbau entnommen wurde. Ratz
klingt wie ein Penner, der Philosophie studiert hat. Derb in der Ausdrucksweise,
scharfsinnig in der Gedankenumsetzung. Die musikalische Unterstützung vielseitig
gefächert, von Salsaklängen über Rumpelbeats bis hin zu elektronischem
Schnickschnack. Keyboards, Saxophon, Cello, Geige, singende Säge – alles
dabei und sehr gut austariert. Das wichtigste aber ist und bleibt Ratzens Textarbeit.
Poesie am Abgrund, provozierender Kabaret-Geist – das radikale Gegenstück
zum Schlagerklamauk. Nichts zum Nebenbeihören. Hier ist ein spitzes Gehör
gefragt, das bei etwaigem Versagen auf ein gut strukturiertes Booklet zurückgreifen
kann."
www.sound-and-image.de, Juni 2009
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"Musik ist eine schöne Brücke zum Herzen. Man kann grausame Wahrheiten viel schöner verpacken", meint der Autor und Liedermacher Heinz Ratz. Getreu diesem Grundsatz befördern seine Texte all jene Dinge aus den Abgründen unserer Gesellschaft, die wir normalerweise nur ungerne eindringlicher betrachten. Mit heiserer Stimme, die bisweilen an das Timbre eines Tom Waits erinnert, hält er uns gnadenlos den Spiegel vor. ... mehr "
www.laut.de
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"Kieler Autor und Musiker Heinz Ratz startet morgen den zweiten Teil seines „Triathlons der neuen Werte“
„Ich glaube an Veränderbarkeit“ Kiel - „Der Rhein ist der Schlimmste“, auch die Elbe in Magdeburg sei „sehr gefährlich“, aber „auf die kleinen Flüsse freu' ich mich“, sagt Heinz Ratz. Am 20. Mai startet der Autor und Musiker aus Kiel eine Schwimmtour durch Deutschland, wird in 52 Städten Konzerte gemeinsam mit bekannten Künstlerkollegen
zugunsten regionaler Artenschutzprojekte geben. ... mehr"
www.kn-online.de
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"Auf keine Band scheint der Begriff "kompromisslos" so sehr zuzutreffen, wie auf Strom & Wasser. Nicht nur die versierten Musiker rund um den Sänger und Bassisten Heinz Ratz, die mit müheloser Leichtigkeit Mambo und Punk, Walzer, Polka und Rock zu verbinden wissen,
nicht nur die Elementargewalt der Texte, sondern auch ihr politisches Engagement überzeugt.
Ihre Aktionen gegen die wachsende Macht der NPD wurden bis in den Bundestag
hinein diskutiert ? die Konzertreihe "Lauf gegen die Kälte" bei der Frontmann
Heinz Ratz im letzten Winter zugunsten von Obdachlosen 1000 km zu Fuß durch
Deutschland lief, ist nur eines von vielen Beispielen. 2006 wurden sie mit dem
Förderpreis der Liederbestenliste ausgezeichnet, 2007 mit dem Preis der
deutschen Schallplattenkritik. Nun stellen sie ihr neues Album "Emotionsdesign" vor.
Ein musikalisches Feuerwerk, fröhlich-anarchisch, wild und nachdenklich,
provozierend und erfrischend. Das ist musikalisch und textlich von wohltuender
Schärfe und Klarheit, das ist witzig, politisch und anspruchsvoll, zwischen
Kabarett, Punk und Poesie angesiedelt: kein Wunder also, daß sich diese
Band, jedem Mainstream trotzend, einer stetig wachsenden Fangemeinde erfreut."
www.dasfachblatt.de
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"Heinz Ratz und seine Band scheinen im vor sich hinschimmelnden Hipness-Diskurs
völlig aus der Zeit gefallen zu sein: Während man den pop-politischen
Indie-Geschmackskonsensenmännern immer wieder wohlwollend Gehör und
kulturellen Kredit gibt, geht er putzen und hackeln: Aktionen und Konzerte gegen
die NPD, im letzten Winter 1.000 km zu Fuß durch Deutschland für Obdachlose
gelaufen, diesen Sommer will er 1.000 km durch Flüsse schwimmen und Spenden
sammeln für Artenschutzprogramme (unter anderm mit einem Benefizkonzert
am 8.6. im Zakk). Eher uncool, Leute, was? Nur leider integer, kompromisslos
und direkt am Puls der Zeit. Denn Ratz schert sich nicht um die schicken Texte
und Kontexte - er macht einfach. "Weil man gar nicht mehr versucht, die
Gründe für Unrecht und Elend und Gewalt zu finden und zu beseitigen.
Weil man statt dessen nur noch ‚Design' betreibt: Die Welt ist fest in
der Hand der Werbe- und Medien-, der Gedanken- und Gefühls-Designer. Und
sie alle sorgen dafür, dass diejenigen, die es sich leisten können,
die Möglichkeit haben, sich bequem zurückzulehnen und ihr Leben zu
genießen, ohne von denen gestört zu werden, die hinter den goldenen
Fassaden zerbrechen und zu Grunde gehen." Die 16 neuen Stücke rumpeln
und pumpeln ohne zu kumpeln, der Mond hängt mal wieder in der Gosse und
auch Herr Reiser ist nicht fern. Anarchie zwischen Konkretion und Poesie, diese
Mischung trauen sich viele aus Coolheitsgründen schon längst nicht
mehr."
www.terz.org, Mai 2009
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"Zuletzt lief er beim ,,Lauf gegen die Kälte" von Dortmund nach München (zugunsten von Obdachlosen), jetzt will er 1.000 Kilometer durch deutsche
Flüsse schwimmen (zugunsten von Artenschutzprojekten): Heinz Ratz, Sänger,
Bassist und Texter der Berliner Band Strom & Wasser, macht handgreiflich
vor, dass Engagement nicht bei Songtexten enden muss. Auch seine Band hat einen
musikalischen Reifeprozess hinter sich: Was immer ein bisschen wie eine Straßenköter-Ausgabe
von Element of Crime klingt, wird mittlerweile mit 0uerflöte, Oboe, Cello
oder singender Säge aufgepeppt. Dabei sind Strom&Wasser nach wie vor
zwischen Punk, Folk und Kleinkunst angesiedelt und Ratz' Texte sind wohltuend
direkt, oft aggressiv, aber dies nie (nur) um des Effekts willen. Nur
seine Stimme, die ist immer noch gewöhnungsbedürftig: irgendwo zwischen
Herbert Grönemever, Joachim Witt und Tom Waits." (rt)
blue rhythm, Juni 2009
Presse CD Farbengeil
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Strom & Wasser - Farbengeil
"Farbengeil" ist das bereits vierte Album von Strom & Wasser rund
um Sänger Heinz Ratz, und weiterhin lebt die Band ihr Motto "Willst
du ein bisschen spannender leben dann musst du Strom ins Wasser geben" aus.
Heinz Ratz, Sänger und Komponist der Band Strom & Wasser, ist ständig
in Bewegung. Mit Mitte dreißig ist er bereits 47 mal umgezogen, wohnte
in Peru, Argentinien, Spanien, Saudi-Arabien und Schottland, lebte als Totalverweigerer
und Obdachloser, flog aus allen sechzehn Schulen, Heimen und Internaten, und
brach die Schauspielschule ab, um seinen eigenen Weg zu gehen. Anfang des Jahres
2008 startete er seinen "Lauf gegen die Kälte" gegen den Sozialabbau
in Deutschland, "die", wie Ratz erklärt, "immer härtere
Gangart, die in unserer geldorientierten Gesellschaft herrscht und ein wachsendes
Gefälle zwischen Arm und Reich bewirkt."
Keine leichte Kost, aber die Sorgen sind wir los
Ein Album, das der Band den Preis der deutschen Schallplattenkritik (Bestenliste
1-2008) bescherte sowie im Jänner 2008 den Titel "Album des Monats" in
der Liederbestenliste Deutschland bescherte. Dort ist das "Lied von der
schlafenden Armut" seitdem auch auf den vorderen Rängen zu finden.
Konstantin Wecker bejubelt ebenfalls die Band, und schrieb in der Musikzeitschrift
Folker!: "Ich glaube, er ist ein verzweifelt Hoffender, der sich ins Absurde
rettet, der noch grinst, wenn ihm das Wasser bis zum Hals steht, weil ihm da
die besten Verse einfallen. Und er wäre nicht so kämpferisch, wenn
er nicht voller Hoffnung wäre auf eine gerechtere Welt, er würde
sich nicht so einmischen, wenn ihm der Zustand unserer Gesellschaft egal wäre,
auch und gerade weil er das ohne Zeigefinger macht." Und, so Wecker abschließend: "Seit
ich ihn entdeckt habe, mach’ ich mir keine allzu großen Sorgen
mehr um die Zunft der deutschsprachigen Liedermacher." Aber Vorsicht:
Leicht öffnet sich die Band nicht, man braucht schon etwas Geduld, um
Gefallen an den Liedern zu finden. Die gewöhnungsbedürftigen Elemente
resultieren sicherlich daraus, dass Strom & Wasser, ähnlich wie Tom
Waits, mit konventionellen Instrumenten sehr ungewöhnliche Wege beschreitet
und, wie der amerikanische Sänger, ihre ureigenste Musikvision umsetzen.
Zudem ist die Gesangsstimme von Heinz Ratz ein Spiegel in die Abgründe
und in die Kanalisationen, die große Lyrik, und jetzt muss man Brecht
erwähnen, ausspeit, ohne Lehrer sein zu wollen, sondern sich vielmehr,
mitunter maskiert, aus der Vogelperspektive beobachtet und urteilt.
Am Steuer stehen Blinde
17 Lieder packt Heinz Ratz auf "Farbengeil", darunter mit "Die
große Mondpolka" den besten Tom Waits-Song seit etlichen Jahren.
Ratz und der Mond tauschen dabei deren Identität, "Er gab mir seine
Krawatte/Er gab mir sein silbriges Licht/Ich gab ihm den menschlichen Körper/und
mein zerbeultes Gesicht." Ganz groß auch das bereits erwähnte "Lied
von der schlafenden Armut" mit einer Textkraft und Wucht, wie man sie
in deutschen Landen in dieser Form schon lange nicht mehr gehört hat.
Stark und kraftvoll dabei auch stets die Musik, die, befreit von allen modischen
Zwängen, mit dem Grundgerüst Bass und Schlagzeug plus mit wechselnden
Instrumenten wie Cembalo, Marimba, Klavier, Gitarre, Flöte in die Tiefen
von Folk, Rock, Punk, Urschrei und Balladen abtauchen. Mein Lieblingslied,
neben der Mondpolka, ist das Lied "Kreuzfahrt ins Nichts", eine thematische
Annäherung an "Blinder Passagier" von Rio Reiser. Ratz bettet
hier ungemein gekonnt Versatzstücke von "Wot (I Say Captain)" – dem
einzigen Hit von Captain Sensible – ein und liefert darüber hinaus
mit der Textzeile "Im Meer der Außenpolitik/im Meer der Innenpolitik/toben
fürchterliche Winde/Und am Steuer stehen Blinde!" wohl den Vers
des Jahres ab.
Das zärtliche krepiert
Zwei weitere Höhepunkte befinden sich am Beginn des Albums. Im Einstiegslied "Fütter
Deinen Teufel", gewürzt mit dem Engelsgesang von Maria Schneider
und dem verführerischen Bratsche-Spiel von Kay Braun, jagt Ratz hier im
Zwiegespräch/-gesang, bzw. Word-Rap durch die deutschen Städte und
liefert Head-Lines für u. a. Whisky, Partys, Pornos und Drogen. Ein Knaller
und Knüller gleichermaßen auch das darauf folgende "Das Märchen
von Mr. Calamachi" über Porno-Rap und Bushido: "Und Bushido
singt von Fotzen/und Bushido singt von Krieg/und die Plattenfirmen feiern einen
leicht errungnen Sieg/[…]/Und man feiert die Verachtung/die in seinen
Texten steckt/[…]/Und natürlich ist er dämlich/und nur künstlich
produziert/aber trotzdem trägt er dazu bei/dass Zärtliches krepiert".
Strom & Wasser ist nur selten versöhnlich, diese wenigen Momente sind
dafür umso genussvoller, so wie in "Das kleine Chaos", einem
leisen Aufruf zu mehr Mut im Leben, und vor allem wie im letzten Lied des Albums, "Das
ganz große Wort", einem Liebeslied voller Sehnsucht und Sanftheit.
Ein großer, farbengeiler, Wurf einer großen Band. (Manfred Horak)
Musik: @@@@@
Klang: @@@@
www.kulturwoche.at
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"Liedermacher mit Begleitband – Gesellschaftskritik, sprachmächtig und furios
Der explizit Schwächen benennende politische Liedermacher war eine Modeerscheinung
der 1970er Jahre. Die »singenden Sozialarbeiter« starben zwar nicht
aus, verloren aber an Bedeutung. Politische Kritik wurde vor allem ein Fall für
das von der Comedy zurückgedrängte Kabarett. Ausnahmen, das ist klar,
bestätigen die Regel.
Heinz Ratz ist einer derjenigen, die auch heute noch direkt singen, was sie von
der gesellschaftlichen Entwicklung halten, die einen der realen Kriege meinen,
wenn sie das Wort Krieg in den Mund nehmen, und die ohne platt und hilflos zu
wirken zwischen oben und unten unterscheiden. Die Werbebilder zeigen ihn als
Liedermacher mit geschulterter Gitarre. Doch mit seiner versierten Begleitband
bietet er viel mehr als folkige Gitarrenbegleitung. Modern ist er damit trotzdem
nicht, und modisch schon gar nicht. Die Lieder werden nicht punkig oder unkonventionell
dargeboten, sondern auf konventionelle Art originell. Das wirkt besser, wenn
sie an die Kleinkunst der Weimarer Republik erinnern und etwas weniger gut, wenn
sein betulicher Flötist an Jethro Tull denken lässt – aber das
kommt nur recht selten vor." [noi: @@@@]
schallplattenmann.de, 11.2.2008
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RedeZeit im WDR 5-Radio zum Mitnehmen
Moderation Thomas Koch, Studiogast: Heinz Ratz.
Vor gut einer Woche ist er
gestartet, zu einer Konzerttour der besonderen Art. Mit einem "Lauf gegen die Kälte" will
Heinz Ratz ein Zeichen setzen : "Gegen den Sozialabbau in Deutschland, die
immer härtere Gangart, die in unserer geldorientierten Gesellschaft herrscht
und ein wachsendes Gefälle zwischen Arm und Reich bewirkt." >Die "längste
Demo der Republik" dauert vom 22.Januar bis zum 22. Februar. Einen Monat
lang zieht Heinz Ratz durch 20 Städte von Dortmund bis München. Und
zwar zu Fuss! Abends lädt Moderation Thomas Koch, Studiogast: Heinz Ratz.
Vor gut einer Woche ist er gestartet, zu einer Konzerttour der besonderen Art.
Mit einem "Lauf gegen die Kälte" will Heinz Ratz ein Zeichen setzen
: "Gegen den Sozialabbau in Deutschland, die immer härtere Gangart,
die in unserer geldorientierten Gesellschaft herrscht und ein wachsendes Gefälle
zwischen Arm und Reich bewirkt." >Die "längste Demo der Republik" dauert
vom 22.Januar bis zum 22. Februar. Einen Monat lang zieht Heinz Ratz durch 20
Städte von Dortmund bis München. Und zwar zu Fuss! Abends lädt
er ein, zu Konzerten mit seiner Musik und z.T. bekannten Künstlern, die
ihn unterstützen. Die Einnahmen dieser Tournee kommen Menschen zu Gute,
die auf der Straße leben - so wie Heinz Ratz das selbst ein Jahr lang erlebt
hat. © WDR 2008er ein, zu Konzerten mit seiner Musik und z.T.
bekannten Künstlern, die ihn unterstützen. Die Einnahmen dieser Tournee
kommen Menschen zu Gute, die auf der Straße leben - so wie Heinz Ratz das
selbst ein Jahr lang erlebt hat. © WDR 2008
http://www.podster.de/episode/514159
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"Als Heinz Ratz & Mitstreiter mit Konstantin Wecker unter dem Motto "Nazis, raus aus unserer Stadt" im Frühjahr 2006 auf Tour durch den Osten gingen, kündigte die NPD in Halberstadt ihre "aktive Teilnahme" am Konzert an. Ergebnis: das Konzert wurde vom Landratsamt verboten, und auch
in Hoyerswerda waren die Liederkracher unter diesem Titel nicht erwünscht,
Begründung: Bei uns gibt's keine Nazis. Ratz machte weiter, und ist - nach überstandener
Krebserkrankung - mit dem neuen Album stärker da denn je. Keiner macht derzeit
in diesem Land derart politische Lieder ohne aufgesetzter Gefühlig- und
Jammrigkeit, dafür mit unglaublich viel Sprachwitz und direkter Poesie.
Das ist vielen Hamburger-Schule-Lads nicht hip und schick genug, Indie ist es schon mal gar nicht, dafür mutig und zeitlos. Ratz zerknackst nach cooler Brecht'scher Manier Bushidos Pornorap, tauscht mit dem Mond die Rollen, schreibt für ein schwerbehindertes Kind und pirscht sich im kratzigen Tom-Waits-Stil an die ganz großen Gefühle ran. Diese Musik spiegelt sich wie der Mond in der Gosse - großartig."
www.terz.org, 12/2007
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"Heinz Ratz, die treibende Kraft von Strom & Wasser, gehört zu den bemerkenswertesten Liedermachern des Landes und wird von Konstantin Wecker verehrt. Der in Kiel lebende Radikalpoet schlägt sich mit großer Reimakrobatik und makaberem Wortwitz auf die Seite der ewigen Verlierer. Dazu spielt seine Band eine knallbunte Mixtur aus apokalyptischer Volksmusik, Tango, Polka, akustischem Punk und Jazz." (sn)
MOPO Hamburg, 22.11.2007
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„Seit ich Heinz Ratz kenne, mache ich mir keine Sorgen mehr über die Zunft der deutschen Liedermacher!“, sprach Konstantin Wecker unlängst. Und tatsächlich gibt es guten Grund für Hoffnung auf diesem Gebiet. Strom & Wasser, deren Sprachrohr Heinz Ratz man mit Fug und Recht einen Radikalpoeten schimpfen kann, sind die Förderpreisträger der Liederbestenliste 2007
und haben eben die vierte Ausgabe ihres „Skapunkpolkarock“ unter
dem Namen „Farbengeil“ veröffentlicht. Nicht nur, dass Heinz
Ratz eine Wut in sich trägt, die er in politischen und gar nicht zimperlichen
Texten ausdrückt - egal, ob es um behinderte Kinder, um unsere gesättigte
Kapitalistengesellschaft oder um seine eigene Krebserkrankung geht –, auch
die Band und die Musik ist mit ihrem Akustikrock, Tango, Walzer und Polka so
weit entfernt vom Gähnstream unserer Tage, dass man sich gerne auch länger
mit dieser Platte beschäftigt.
www.titel-forum.de, Tina Manske, 22.11.2007
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Förderpreisträger der Liederbestenliste 2007:
Strom & Wasser
Konstantin Wecker schreibt in der aktuellen Ausgabe der Musikzeitschrift Folker! über
Heinz Ratz/Strom & Wasser dazu:
"Ist Heinz Ratz ein „dunkler Dichter“, wie er sich in seinem Gedicht „Der Absturz“ beschreibt, ein stürzender Ikarus, der den Himmel, den er nicht mehr Himmel nennen mag, in Stücke brechen will? Oder zeigt er uns etwas vom Himmel in seiner schaurig-schönen Poesie, am Abgrund aller guten Gründe?
Ich glaube, er ist ein verzweifelt Hoffender, der sich ins Absurde rettet,
der noch grinst, wenn ihm das Wasser bis zum Hals steht, weil ihm da die
besten Verse einfallen. Und er wäre nicht so kämpferisch, wenn er nicht voller Hoffnung
wäre auf eine gerechtere Welt, er würde sich nicht so einmischen, wenn
ihm der Zustand unserer Gesellschaft egal wäre, auch und gerade weil er
das ohne Zeigefinger macht. Und wie er sich einmischt! Er singt auch da, wo's
wehtut, in Clubs, die jeden Moment damit rechnen müssen, von rechtsradikalen
Hohlköpfen aufgemischt zu werden, und er wird auch dann nicht plakativ und
polemisch. Bei all seiner Begabung zum zynischen Gestus, ich spüre immer
wieder aus seinen Texten, wie er die Menschen liebt, manchmal denk' ich
sogar, dass er das nicht nur vor uns, sondern auch vor sich selbst nicht so recht
zugeben will.
Ab und zu mailt er mir neue Gedichte – er scheint aus einer nicht versiegenden
Quelle zu schöpfen –, und nie habe ich das Gefühl, dass er sich
erschöpft oder wiederholt. Sein einziges Problem als Autor ist: Er kann
anscheinend keine schlechten Gedichte schreiben. Selbst, wenn mich ein Thema
mal nicht so anspricht, es ist immer eine überraschende Wendung, ein gelungenes
Bild dabei, das den Text lesenswert und anrührend macht. Das ist manchmal
qualitativ – im positiven Sinne – so meilenwert entfernt von den
Werken mancher wohlmeinender Kollegen, dass man sich fragt, ob der Mann nicht
von einem anderen Stern kommt. Oder aus einem anderen Jahrhundert. So neu seine
musikalische Gestaltung, seine Art aufzutreten ist, so unmodern und zeitlos ist
er in seiner Reimkunst. Wer Kästner liebt hat seine helle Freude an Ratz.
Der innere Rhythmus seiner Lieder holpert nie, ist stilsicher und schreit regelrecht
nach Vertonung. Die steht oft scheinbar im Widerspruch zu den Texten, und das
macht die Songs von Strom & Wasser gerade deshalb so eindringlich. Obwohl
sich Heinz hemmungslos aller möglichen musikalischen Stile bedient, schafft
er es, unverkennbar Ratz zu bleiben. Ist es seine Stimme, die nicht allzu wandelbar
ist, aber immer authentisch und manchmal ganz schön unter die Haut geht?
Ist es seine ganz und gar unkonventionelle Behandlung des E-Basses, den er eher
wie ein Melodieinstrument einsetzt, denn als musikalisches Fundament?
Die Presse schreibt zu Recht von ihm als einem begnadeten Bühnentalent,
vor allem, weil er auch aus einem nicht zu versiegen scheinenden Fundus an Geschichten
zu schöpfen vermag, Geschichten, die er nie gleich, aber immer klug formuliert
zu erzählen versteht. Die Offenheit, mit der er mit seiner schweren Krankheit
umgeht, ist atemberaubend. Kein weinerlicher Ton ist in diesen Erzählungen,
fast schon erschrecken sie den Zuhörer durch ihre klare Analyse. Dabei bleibt
Heinz Ratz immer poetisch, ohne ein Grundprinzip der Poesie aus den Augen zu
verlieren: verschiedene Wirklichkeiten zu verknüpfen und keine gegen die
andere auszuspielen, Gegensätze zu provozieren, um sie darauf wieder miteinander
auszusöhnen, und bunt und vielfältig zu sein und differenziert, wo
die so genannte Realität schwarz-weiß denkt und moralisiert.
Der österreichische Philosoph Konrad Paul Liessmann schreibt: „Die
Kunst ist nicht der Ort, an dem das Außergewöhnliche passiert, sondern
an dem das in jeder Hinsicht Unzulängliche Ereignis werden kann.“ Ein
Ort also, in dem durch die ästhetische Darstellung etwas aufleuchtet, was
die Unzulänglichkeit, die Begrenztheit und die Unvollkommenheit unseres
Handelns und Denkens übersteigt. Heinz Ratz ist vielleicht deshalb so ein
wichtiger Künstler, weil bei ihm dieses Goethe'sche Unzulängliche
zum Ereignis wird. Er macht sich und uns keine große Kunst vor, und ist
gerade deshalb ein großer Künstler. Seit ich ihn entdeckt habe, mach'
ich mir keine allzu großen Sorgen mehr um die Zunft der deutschsprachigen Liedermacher."
www.folker.de, 11/2007
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"Wenn man seine Musik hört, beschleicht einen vieles, vor allem aber das soziale Gewissen. Es müsste viel mehr Lieder geben, die im Wohnzimmer und in der Kneipe funktionieren,
ohne die Leute zum doofen Mob zu machen. Heinz Ratz, Sänger, Bassist und
Radikalpoet von Strom & Wasser, ist ein reflektierter Widerständler,
der den Protest in wohlfeile Worte packt.
Ungehobelt und provokativ, aber stets mit Bonmots und politischer Standhaftigkeit
veredelt. Er bohrt den Zeigefinger brennend in die Wunde, ohne ihn zuvor mahnend
erhoben zu haben. Eine gekonnte Gratwanderung.
In der Pumpe gibt es keine zwei Meinungen. Ein Teil der Zuschauer hat es sich
auf dem Boden vor der Bühne gemütlich gemacht. Die friedlich-solidarische
Atmosphäre eines Kirchentags weht durch den Saal, im krassen Widerspruch
zum Inhalt der Lieder, mit denen die Formation ihr mittlerweile viertes Album
Farbengeil veröffentlichte. Auch bei Sven Panne saßen sie schon im
Sitzkreis, lauschten den Rockchansons des Hamburgers am Klavier. Ein wenig Sven
Regener kommt stimmlich durch, oder auch Rio Reiser, geerdet vom sportlich-agilen
Tastendrücken. Kein e Wunden – keine Feuer heißt eines der Lieder,
in dem Panne von einer verflossenen Liebe singt, die ihm nicht aus dem Kopf geht.
So flüchtet er sich in Träume, denn wenn es nach ihm ginge, heilte
die Zeit keine Wunden und löschte keine Feuer. Doch die Hoffnung stirbt
bekanntlich zuletzt, und wer mehr davon hören möchte, sollte Anfang
nächsten Jahres zum Konzert ins Prinz Willy kommen.
Strom & Wasser springen anschließend mühelos und ohne jeden Respekt
von Walzer zu rasantem Ska-Punk, von Akustikrock zu Tango. Ein stilistisches
Mosaik, geknüpft zu einem fliegenden Patchwork-Teppich, mit dem man den
alltäglichen Schmu aus luftiger Distanz betrachten könnte. Denn in
einer Zeit, in der das reichste Zehntel der Bundesbürger über zwei
Drittel des Gesamtvermögens besitzt, müssen sich Typen wie Heinz Ratz
engagieren. Im Januar und Februar 2008 wird er konzertierend von Dortmund nach
München laufen, um auf die Not der Obdachlosen hinzuweisen. An diesem Abend
begleiten ihn Fee Stracke mit flinken Fingern am Piano sowie der noch genialere
und verspielte Schlagzeuger Benny Greb. Rhythmen und Tempi sind keine Parameter,
an denen sich das Publikum festhalten kann.
Alles ist im ständigen und abrupten Wechsel begriffen. Anhand der zahlreichen
Genres lässt sich die musikalische Bandbreite erahnen, wodurch sich der
Sound auch von den drei großen Liedermacher-W's (Widmann, Wecker, Wader)
abhebt. Tiefsinnig und mit rauchigem Timbre beklagt Sympathieträger Ratz
Das Lied von der Elbe und macht auch keinen Hehl aus seinen Abneigungen, wenn
er den CDU-Tango als Anti-Merkel-Hymne tanzt oder Panzerfahrer Jupiter als willfährigen
Super-Soldaten entblößt. Aber man ändere ja eh meistens erst
etwas, wenn es schon zu spät sei. Denn dafür muss man über den
eigenen Schatten springen. Eine schwierige Übung."
Kieler Nachrichten,
12.11.2007, Henrik Drüner
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"Mit zwei Jahren ein Sprung in die Jauchegrube, danach sechzehn Schulwechsel und ungefähr doppelt so viele Umzüge. Peru, Saudi-Arabien und Waldshut
im Hotzenwald sind die exotischsten Stationen, Karlsruhe eine der gewöhnlicheren –,
so gestaltete sich das frühe Leben von Heinz Ratz. Das prägt. Und so
ist "Farbengeil" (Traumton Rec.), das neue Album von Ratzens Band Strom & Wasser,
noch bunter und wilder als die drei zuvor, dabei radikalpoetisch, wunderbar respektlos
und musikalisch wie textlich immer gut zu hören. Um es in eine stilistische
Schublade zu packen, ist es allerdings bei allem guten Willen zu sperrig – und
dabei doch längst mehr als nur ein Geheimtipp für jeden, dessen Musikgeschmack
jenseits des Mainstreams angesiedelt ist." -bes
INKA, 24.10.2007
Presse CD Gossenhauer
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"Interview mit Heinz Ratz anlässlich des Antifa-Konzerts in Halberstadt
Musik als Brücke zum Herzen"
Von Emma Weiß
Ganzer Beitrag -> Neue Rheinische Zeitung, 4.7.2006
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"Strom & Wasser, die Band des Punk-Poeten, musikalischen Kabarettisten und Bassisten
Heinz Ratz (mit Gitarrist Pensen, Pianistin Fee Stracke und Trompeter Steffen
Paul), spielt laut eigenen Angaben "akustischen Randfiguren-Skapunkpolkarock" -
und das stimmt auch so. Heinz Ratz ist ein Liedermacher der extremen Art, und
seine Band Strom & Wasser bietet auf ihrem dritten Album "Gossenhauer" wieder
einmal ihren unikaten Mix aus "apokalyptischer Volksmusik" und "Akustik-Punk" mit
Ska-, Reggae-, Polka- und Tango-Elementen. Für die soliden Grooves sorgt
Drummer Benny Greb, der es versteht, das wilde musikalische Kabarett des Heinz
Ratz rhythmisch adäquat zu inszenieren, besonders gelungen bei den Liedern "Panzerfahrer
Jupiter", "Mondfrau" und "Mein & Dein".
"
Strom & Wasser", das sind klasse Musiker und ein moderner Poet, dessen
Lieder so provokant wie sensibel, so schwermütig wie lebensfroh sein können,
mitunter zudem mit geradezu makabrem Witz gesegnet." (RM)
Sticks, 6/06
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"Er bat mich zu sagen, wo es brennt"
Heinz Ratz und seine Band Strom & Wasser kamen in die Schlagzeilen, als es
der NPD in Halberstadt gelang, eines ihrer Antifa-Tour-Konzerte mit Konstantin
Wecker zu verhindern. Ein Interview mit dem Liedermacher ->
www.taz.de, 29.4.2006
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"Wer die Frage, wie man "die Schwerstverbrecher" nennen sollte, naheliegenderweise mit "Präsident" antwortet und in seinem "CDU-Tango" die "Bundeskanzlerin" in einer Bar aufgabelt, und reimen lässt "ich will nen Zungenkuß, weil ich morgen wieder zu dem Alten muß" hat bei den Regierenden in diesem Land ohnedies sicher nicht das leichteste
Standing. Aber was sich das Halberstadter Landratsamt vor wenigen Wochen leistete,
als Heinz Ratz mit seinem mal leisen feinen und mal eher gemeinen tanzwütigen
Projekt "Strom & Wasser" (Aktuelle CD bei Traumton: Gossenhauer)
gemeinsam mit Konstantin Wecker unter dem Motto "Nazis, raus aus unserer
Stadt" auftreten wollte und die neofaschistische NPD ihre "aktive Teilnahme" an
dem Konzert ankündigt hatte, tut schon richtig weh: der Auftritt wurde de
facto verboten, auch in Hoyerswerda waren kritische Lieder unter diesem Programmtitel
von der Obrigkeit nicht gewünscht, mit der fast schon tragikomischen offiziellen
Begründung, es gebe im Ort keine Nazis. Doch ans Aufgeben denken beide Liedermacher
nicht, im Sommer wollen sie zurück nach Halberstadt. Bis dahin ist Ratz,
den Wecker gern als einen der "stärksten und eigentümlichsten
Talente der jüngeren Generation" bezeichnet, und aus nicht minder verständlichen
Gründen lobt, das aus den schwermütigen Texten des Totalverweigerers,
ehemaligen Obdachlosen und Hörbuchautoren "gefährliche Lebenslust
und makaberer Witz hervorblitzen", solo in Deutschland unterwegs. Seine
scharfzüngig formulierten Alltagsbeobachtungen, seine radikale Poesie und
seinen Sprachwitz - und damit seinen Kampf gegen grauen Alltag und stumpfer werdende
Gesellschaft - untermalt er in musikalischer Hinsicht übrigens mit einer
Mischung aus Ska-Punk, Walzer, Tango und Akustik-Rock. "
kulturkueche.de April 2006
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"Wer eisern durch alle Ärsche kriecht, der wundert sich, wenn er nach Scheisse riecht ..." – der Song "Hartschalenkostüme" ist Marschmusik gegen die Verhärtung der Welt. Auf der dritten "Strom&Wasser"-CD provoziert Heinz Ratz wieder kräftig. Er ist ist eine Mixtur aus Tom Waits und Konstantin Wecker: Seine Musik
ist wild und ruhelos und zärtlich, er grummelt und schleudert seinen
Sprachgesang ins Ohr. Musikalisches Kabarett, apokalyptische Volksmusik,
Liedermacher der extremsten Art, Punk mit Akustik-Instrumenten – dies
Getöse eindeutig zu beschreiben, ist unmöglich. Man muss es selber
hören.“
Wertung: *****
FACTS, März 2006
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"Radikale Ansichten in intelligente Liedform gepackt.
Heiz Ratz gehört zu der Gattung Performer, die kein Blatt vor den Mund nehmen,
gerne provozieren und so ganz nebenbei menschliche Abgründe offen legen.
Ein Punk der Songwriter-Szene, härter als Funny van Dannen, ähnlich
schonungslos wie Götz Widmann. Zusammen mit ein paar Kumpels liedert er
als „Strom & Wasser” mit erstaunlicher Instrumentalkompetenz,
schlägt sich von Walzer zu Rock und Jazz, von Ska zu Tango. Die Themen reichen
von der Geisteskrankheit einer singenden Makrele über eine betrunkene und
männergeile Bundeskanzlerin bis hin zu brauen Nazi-Panzer-Fahrern. Das klingt
heftig – und ist es auch. Aber immer vom Feinsten, Wortakrobatik und kommödiantischer
Feinsinn von hohem Niveau."
sound-and-image.de
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"Liedermacher-Punk, Pöbel-Poet, wütender Provokateur, radikalpolitischer
Entertainer – er ist wohl von allem ein bisschen, wie Heinz Ratz mit seiner
Band Strom und Wasser in der Schaubude einmal mehr bewies. Der, der in den letzen
Wochen zu ungewohnt großer Medienpräsenz kam, weil die peinliche Entscheidung
des Halberstädter Vize-Bürgermeisters, ein von Ratz organisiertes Antifa-Konzert
mit Konstantin Wecker aufgrund von Krawalldrohungen seitens der NPD abzusagen,
bundesweites Empören provozierte (wir berichteten). Als Trio traten sie
an, Ratz mit der Akustikgitarre, begleitet von Fee Stracke am Klavier und Benny
Greb an den Trommeln. Im Koffer hatten sie ihren dritten Silberling Gossenhauer,
von dem sie in rund zwei Stunden – neben vielen älteren Nummern – eine
ausgiebige Kostprobe gaben. Er ist bekannt für seine radikale Direktheit,
für seinen bitterbösen
Humor. Mit politisch motiviertem Blick schaut Ratz auch in Kiel auf die Underdogs,
die Modernisierungsverlierer, schimpft auf bürgerliches Establishment und
etablierte Politik. Erklärt uns den Unterschied zwischen Terroristen und
Rebellen, singt über Leisetreter und lästert über Besserwisser, über
hypersensible Studenten-Mimosen und tanzt mit Angela Merkel den schlüpfrigen
CDU-Tango. Ratz singt nicht nur, er schauspielert, nörgelt, schreit und
keift zu einer wilden Mischung aus Akustik-Punk, Polka, Walzer, Tango. Musikalisch
spielen Strom und Wasser sicher in der ersten Liga, denn was allein Jazz-Schlagzeuger
Benny Greb an Snare, Toms und Becken abliefert, darf man wohl getrost genial
nennen."
Kieler Nachrichten, Karen Jahn, 18.3.06
- „Heinz Ratz ist nicht nur ein sehr sympathischer Kollege mit einer erstaunlichen
Bühnenpräsenz, er gehört sicher zu stärksten und eigentümlichsten
Talenten der jüngeren Generation. Ich freue mich über einen Künstler,
der über sich selbst nachdenkt, der Widerspruchsgeist, künstlerische
Unbestechlichkeit und eine beinahe anarchische Lust am Provozieren mit großer
Sensibilität, ja Verwundbarkeit vereint. Aus den schwermütigen Texten
von Heinz Ratz blitzen gelegentlich gefährliche Lebenslust und makaberer
Witz hervor. Eine Entdeckung!“
(Konstantin Wecker)
-
Aufmüpfig und provozierend.“
(Kölner Stadtanzeiger)
- „
....wie ein Blixa Bargeld zu den besten Zeiten der Einstürzenden Neubauten...“
(Schnüss, Bonn)
- „ Von Anfang an Sprachwitz und eine enorme schauspielerische Begabung!“
(Süddeutsche Zeitung)
- „
Strom&Wasser hielten die Lachmuskeln unter Dauerstrapazen.“
(Die Welt)
- „
Liedermacher klingt entschieden zu schwach für die Abgründe, die Strom&Wasser
lustvoll ausleuchten.“
(Kieler Nachrichten)
- „
The highlight of the evening was undoubtedly the magnificent Strom & Wasser.
They managed to combine the instrumental inventiveness of the jazz trio with
the storytelling of folk and the energy of rock.“
(Baby-tiger, Edinburgh)
- CD-Tipp: Strom und Wasser: Spielt keine Rolle
„
Der Schimmel, der das Brot bedeckt, der denkt,
das Brot sei ihm von einem Gott geschenkt.
“
Die Erde sei, so denkt der Mensch ja auch,
zu seinem ganz persönlichen Gebrauch.“
Diese Weisheit stammt von Heinz Ratz, der sich in Gedichtbänden wie „Apokalyptische
Lieder“ als begabter, überwiegend dem Düsteren, Morbiden, „Gotischen“ zugewandter Lyriker präsentiert hat. „Tier aus der Gosse, die Augen gerichtet
auf das Unheilvolle“ charakterisiert er sein Krafttier, die Ratte („Ratz“)
und somit wohl auch sich selbst. Zusammen mit dem Gitarristen Peer Jensen
nennt sich Heinz Ratz „Strom & Wasser“. Die neue CD der Formation
lässt neben ernst gemeinter Anklage und skurrilen Schockeffekten auch
einen wahrhaft grimmigen Humor durchblicken. Man ist als älteres Semester
und 70ger-Jahre-Nostalgiker ja immer geneigt, der großen Zeit der kritischen
Liedermacher nachzutrauern. Wecker, Wader, Degenhart – waren andere
Zeiten damals, wir hatten alle noch Ideale! Wer meint, „die Jungen“ könnten
so etwas nicht mehr, der sollte sich einmal mit Heinz Ratz befassen. Kann
man den 37-jährigen überhaupt als Liedermacher bezeichnen? Nicht,
wenn man dabei an Nettigkeiten à la „Ich bin Klemptner von Beruf“ oder „Komm Uschi, mach kein Quatsch“ denkt. Wenn man mit Liedermachern allerdings
einen gewissen gesinnungsethischen und ästhetischen Radikalismus verbindet
(„Ich singe, weil ich ein Lied hab, nicht weil es Euch gefällt“ – Wecker),
dann ist Ratz ein neuer Prototyp des Genres. Der Mann trägt seinen punkigen
Nachnamen mit Stolz trägt, schont weder das Nervenkostüm seiner
Zuhörer noch die Hörgewohnheiten derer, die sich gern vom folgenlosen
Konsum „rebellischer Texte“ einlullen lassen. Ikarus, eine Lieblingsfigur
vieler Künstler wie Reinhard Mey, mutiert bei Heinz Ratz zum brandschatzenden
Prometheus, der die Götterburg in Flammen setzt. „Tausend Jahre
schon steht der Götterthron, lebt in Saus und Braus, presst die Armen
aus. Lebt in Blutgewalt, mitleidlos und kalt. Nun kommt Ikarus, der der brennen
muss.“ „Spielt keine Rolle“ ist eine liebenswert-schnoddrige
Verliererballade in der Tradition eines Manfred Maurenbrecher. „Herzexplosion“ skizziert in knappen Worten das Lebensgefühl des „wütend“ liebende
Rebellen zwischen überbordender Leidenschaft und schmerzbedingtem Erkalten
im „Brustgemäuer“. Die Lieder stellen – trotz gelegentlicher
kultureller Anspielungen – eher die Lebenswelt sozialer Brennpunkte
(die „Gosse“) dar, vergleichbar dem authentischen Hip Hop. Schicksale
von Getretenen und Verlierern, die hochkochende Wut und die Lebensgier der „Systemverlierer“,
eine Nachbarschaft voller Neonazis und Spießer, die in ihren Wohnblöcken
ihre Töchter vergewaltigen. Nicht alles gelingt dem künstlerischen
Tausendsassa. Die Ballade von den reihenweise wegsterbenden „Zehn kleinen
Nazilein“ ist nicht gerade ein Musterbeispiel christlicher Feindesliebe.
Das krude Lied „Müllficken, Arschkacken“ scheint allzu sehr
aus der juvenilen Lust geboren, sich an der Entrüstung im Gesicht prüder
Bürger zu weiden. Letztere dürften die CD ohnehin nicht einmal mit
der Pinzette anfassen. Die meisten derben Stellen der Texte stellen aber ernst
zu nehmende Versuche dar, eine schonungslose und oft tatsächlich schockierend
grausame Realität darzustellen wie sie ist. Der galante Herr Anton „will
auch gern mit Kindern ficken“ und „Greisinnen mit Lederstricken
den welken Leib zermatschen.“ „Komm zu Papa“ beschreibt
den Kindesmissbrauch lakonisch und hart, aber mitfühlend mit dem Opfer. „Papa
hat sie zerstört, Mama hat weggehört“. Und die Musik? Nun,
wer „Strom und Wasser“ kauft, darf nicht erwarten, dass es wie
Weihnachten mit Sarah Connor klingt. Der Sound ist rau, karg, ungehobelt,
trocken und lässt auf diese Weise viel Raum für das Textverständnis.
Der Bass von Heinz Ratz und die Gitarre von Peer Jensen bilden das Rückgrat
des Klangkörpers. Banjo, Cello und Akkordeon setzen gelegentliche Akzente.
Die klangliche und stilistische Bandbreite der Lieder ist in Anbetracht der
nicht gerade üppigen Instrumentierung beachtenswert. Man fühlt sich
an Punk, Ska, Skiffle und den musikalischen Minimalismus der Neuen Deutschen
Welle erinnert. Bei „Spielt keine Rolle“ schlagen die Herzen im
Dreivierteltakt, in „Komm zu Opa“ deutet Heinz Ratz mit Bee-Gees-Falsettstimme
den „Hummelflug“ von Rimsky-Korsakow an, und in „Dicker
Kuchen“ meint man – 70ger Jahre-Nostalgiker aufgepasst! – gar
Simon & Garfunkel säuseln zu hören. Heinz Ratz’ erstaunlich
wandlungsfähige Stimme erinnert teilweise an die endpralle Raubeinigkeit
eines Tom Waits, teilweise an die distinguiert-überdeutliche Diktion
Max Raabes und manchmal sogar an die verspielt-androgyne Stimmakrobatik eines
Ringsgwandl. Dies sind nur einige Assoziationen, die deutlich machen sollen,
dass sich die CD jeglicher klaren Zuordnung vehement widersetzt. Hörspielelemente
und Gespräche zwischen den Musikern (die sozusagen den Prozess der CD-Produktion
dokumentieren) hinterlassen einen kalkuliert „unfertigen“ Eindruck
und torpedieren so gekonnt den Mythos von der CD als einem durchgestylten, ästhetisch
perfekten Gesamtkunstwerk. Leben, scheinen die Künstler sagen zu wollen,
ist niemals so glatt. Es ist rau, sperrig und tut oft weh. Und doch gibt es
dieses Aufflammen der Revolte und dieses Brennen vor Liebe – „gegen
die Starre. Sprungbereit“.
Roland Rottenfußer
www.hinter-den-schlagzeilen.info
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